Wieder einmal ist eine Woche zuende gegangen,der Blick in den Kalender lehrt mich,es ist meine fünfte. Konfetti und Stimmung! Es kommt mir schon wesentlich länger vor,vermutlich weil hier auch alles einfach wesentlich länger dauert,aber das ist eine andere Geschichte,die ich schon in den letzten Beiträgen angesprochen habe...
Das Wochenende stand also endlich vor der Tür und begann erstmal damit,dass ich in meine einzige Sprachwissenschaftsveranstaltung ging und zwar über Modalität.Mit dabei waren außer mir noch vier Franzosen. Leider findet der Kurs auf Französisch statt,man darf sich beim Germanistischen Institut ja wohl noch gegenteilige Hoffnungen machen,aber nein,dafür darf ich nun immer die deutschen Äquivalente zu allem beisteuern und mir sagen lassen,dass die deutschen SprachwissenschaftlerInnen nichts verstanden haben,was die Präteritio Präsenzien betrifft. Ah ja! Wer meinen Blog aufmerksam gelesen hat,der merkt nun,dass ich gar nicht in das zeitgleich liegende vierstündige Geschichts-Masterseminar gegangen bin.Warum nicht? Ich habe es schlichtweg nicht geschafft noch einen fünften Tag in Folge um sechs Uhr aufzustehen. C´est ca! Es folgte noch eine Kunstgeschichtsvorlesung und zwar einführend,meine Konzentration war am Boden,meine Motivation auch und außerdem wandeln die Franzosen aber auch wirklich jeden Eigennamen in eine französische Variante um,es ist ansrengend! Als sich dann herausstellte,dass wir für die lausigen zwei ECTS-Punkte,die es für die Vorlesung geben würde,entweder eine halbstündige mündliche Prüfung oder eine 15-seitige Hausarbeit auf uns nehmen müssen,war für mich glasklar,dass mich die Kunstgeschichte bis auf weiteres nicht mehr in ihren geheiligten Hallen sehen würde. Willkommen im Erasmus - Jahr 2007/08!
Dann also Wochenende! Für mich endete der Freitag damit,dass ich in den Abend hinein schlief und deshalb nicht bei Pierre grillte. Den Samstag verbrachte ich arbeitsam und vorbildlich damit, die drei Texte zu den drei Übersetzungskursen zu übersetzen,was nach Vokabelhilfe made by LEO ganz gut klappte. Hier sei noch angemerkt,dass der L2 VERSION - Kurs (Deusch auf Französisch übersetzen) hart und heavy ist, vraiment! Aber ich glaube,wenn man sich da richtig reinhängt,dann kann mans am Ende zumindest mit Sarkozys Mutter aufnehmen. Warum mit ihr? Ganz einfach,bestimmt hängt der kleine Nicolas an ihrem Rockzipfel,wie es alle Franzosen so gerne tun,ohne Maman ist das Leben ja doppelt so schwer.Uääääääh! :D
Danach gönnte ich mir eine ausschweifende Pause,bevor ich mich dann doch entschloss mal ein wenig im Nachtleben zu entspannen und mich mit Kristina zu treffen,die die Woche auch wenig Spaß an der Ècole de Management hatte. Wir tranken ein wenig Cidre und landeten dann par consequence im
Wo auch sonst? Es war zehn Uhr und es waren schon alle englischsprachigen Pub-Besucher darin betrunken wie üblich,denn ES IST RUGBY WORLD CUP! Wuuuuuuuuuh! Dieser dauert noch bis Ende Oktober und hat zur Folge,dass Bordeaux zwei Monate lange von eine unglaublichen Anzahl von Iren,Australiern,Neuseeländern,Kanadiern,Schotten, Engländern und Irren überschwemmt ist,die sich tagtäglich einen hinter die (Kapitäns-)Binde kippen und wahlweise sich oder den Alkohol feiern. Das hat den Vorteil,dass man auf jeden Fall englischsprachige Menschen trifft,besonders wenn man in Pubs geht. Ob diese sich noch artikulieren können,ist eine andere Frage,die man bei einem Guiness beantwortet bekommt...
Wir hielten uns da eine Weile auf, so etwa bis zur Geisterstunde. Dies hatte zur Folge,dass wir mit einem echten Basken Bekanntschaft machten und alte Bekannte wiedertrafen. Den Jägermeister diesmal allerdings nicht,da unser guter Barkeeper-Freund Richard ja leider nicht mehr da ist,dafür aber eine Menge anderer Bediensteter,die statt hinter der Theke,betrunken vor der Theke herumstehen.Bravo!
Also Ortswechsel: Houses of Parliament,was anständiger klingt als es ist,es handelt sich um ein Pub,in dem immer die Hölle los ist und die Straße kocht. Es war dort sehr unterhaltsam,wir lernten Australier kennen,die in Shanghai und London leben und teilweise in einem Van unterwegs waren und auch dort schliefen. I want to be a Hippie. Als um zwei die Bordsteine hochgeklappt wurden, fragte man natürlich uns als Einheimische,wo man denn noch hingehen könnte.HAHAHA! Ich lache. Sie bestanden dann allerdings darauf,den schlechtesten Club Bordeauxs gezeigt zu bekommen, le voilà,leider stellte sich heraus,dass dieser sieben Euro für die Freakshow verlangte.Unsere Gruppe hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt schon der Auflösung preis gegeben,man ging dann doch lieber schlafen oder essen (zuhause,denn offene Dönerläden gibts hier nachts nicht! Oh holdes Dönerdreieck Giessens,I miss you like crazy!) oder den Bach hinunter. Die verbliebenen Australier aka Troy und sein Bruder im Schlepptau zog ich an die Garonne in den VIVAL (die ganze Nacht offener Kiosk) und dann ans Ufer des Flusses,wobei der Bruder dann mit den Worten "I´ll cook a pizza." auf ominöse Weise verstand und Troy mir dann erklärte,dass sie eigentlich gar nix zum Zubereiten hätten, außer einen Gaskocher.Bravo! Wir setzten uns dann noch ein wenig an den Mirroir d´eau,redeten über das Leben und machten Bekanntschaft mit ein paar Freaks,man kennt das ja. Neu daran,dass besagtes Exemplar sich für einen begabten Gangster-Rapper hielt. Wir lachten herzlich und dann war es auch schon fünf Uhr und ich stieg vollkommen verwirrt in die Tram ein,die schon fuhr!
Der heutige Sonntag war somit auch nicht gerade voller Hyperaktivitäten, eher versuchte ich eine Seite frz.Vokabeln zu lernen und traf mich gegen vier mit Fabian um einen Kaffee trinken zu gehen und beim Public Viewing und an der Garonne zu enden.
Zu erwähnen wäre außerdem noch der endlich erfolgte Anruf meines Vermieters,mit dem ich mich hoffentlich morgen treffen werde,um meinen Umzug klar zu machen. Ich freue mich so!!! Werde morgen hoffentlich noch ein wenig Zeit dazu finden, meinem Host irgendein Geschenk zu kaufen.
