Sonntag, 30. September 2007

Le coup du monde de Rugby (sprich:Ruuuuugbiiiii)

Schönen guten Abend an alle BlogleserInnen!

Wieder einmal ist eine Woche zuende gegangen,der Blick in den Kalender lehrt mich,es ist meine fünfte. Konfetti und Stimmung! Es kommt mir schon wesentlich länger vor,vermutlich weil hier auch alles einfach wesentlich länger dauert,aber das ist eine andere Geschichte,die ich schon in den letzten Beiträgen angesprochen habe...

Das Wochenende stand also endlich vor der Tür und begann erstmal damit,dass ich in meine einzige Sprachwissenschaftsveranstaltung ging und zwar über Modalität.Mit dabei waren außer mir noch vier Franzosen. Leider findet der Kurs auf Französisch statt,man darf sich beim Germanistischen Institut ja wohl noch gegenteilige Hoffnungen machen,aber nein,dafür darf ich nun immer die deutschen Äquivalente zu allem beisteuern und mir sagen lassen,dass die deutschen SprachwissenschaftlerInnen nichts verstanden haben,was die Präteritio Präsenzien betrifft. Ah ja! Wer meinen Blog aufmerksam gelesen hat,der merkt nun,dass ich gar nicht in das zeitgleich liegende vierstündige Geschichts-Masterseminar gegangen bin.Warum nicht? Ich habe es schlichtweg nicht geschafft noch einen fünften Tag in Folge um sechs Uhr aufzustehen. C´est ca! Es folgte noch eine Kunstgeschichtsvorlesung und zwar einführend,meine Konzentration war am Boden,meine Motivation auch und außerdem wandeln die Franzosen aber auch wirklich jeden Eigennamen in eine französische Variante um,es ist ansrengend! Als sich dann herausstellte,dass wir für die lausigen zwei ECTS-Punkte,die es für die Vorlesung geben würde,entweder eine halbstündige mündliche Prüfung oder eine 15-seitige Hausarbeit auf uns nehmen müssen,war für mich glasklar,dass mich die Kunstgeschichte bis auf weiteres nicht mehr in ihren geheiligten Hallen sehen würde. Willkommen im Erasmus - Jahr 2007/08!

Dann also Wochenende! Für mich endete der Freitag damit,dass ich in den Abend hinein schlief und deshalb nicht bei Pierre grillte. Den Samstag verbrachte ich arbeitsam und vorbildlich damit, die drei Texte zu den drei Übersetzungskursen zu übersetzen,was nach Vokabelhilfe made by LEO ganz gut klappte. Hier sei noch angemerkt,dass der L2 VERSION - Kurs (Deusch auf Französisch übersetzen) hart und heavy ist, vraiment! Aber ich glaube,wenn man sich da richtig reinhängt,dann kann mans am Ende zumindest mit Sarkozys Mutter aufnehmen. Warum mit ihr? Ganz einfach,bestimmt hängt der kleine Nicolas an ihrem Rockzipfel,wie es alle Franzosen so gerne tun,ohne Maman ist das Leben ja doppelt so schwer.Uääääääh! :D
Danach gönnte ich mir eine ausschweifende Pause,bevor ich mich dann doch entschloss mal ein wenig im Nachtleben zu entspannen und mich mit Kristina zu treffen,die die Woche auch wenig Spaß an der Ècole de Management hatte. Wir tranken ein wenig Cidre und landeten dann par consequence im



Wo auch sonst? Es war zehn Uhr und es waren schon alle englischsprachigen Pub-Besucher darin betrunken wie üblich,denn ES IST RUGBY WORLD CUP! Wuuuuuuuuuh! Dieser dauert noch bis Ende Oktober und hat zur Folge,dass Bordeaux zwei Monate lange von eine unglaublichen Anzahl von Iren,Australiern,Neuseeländern,Kanadiern,Schotten, Engländern und Irren überschwemmt ist,die sich tagtäglich einen hinter die (Kapitäns-)Binde kippen und wahlweise sich oder den Alkohol feiern. Das hat den Vorteil,dass man auf jeden Fall englischsprachige Menschen trifft,besonders wenn man in Pubs geht. Ob diese sich noch artikulieren können,ist eine andere Frage,die man bei einem Guiness beantwortet bekommt...
Wir hielten uns da eine Weile auf, so etwa bis zur Geisterstunde. Dies hatte zur Folge,dass wir mit einem echten Basken Bekanntschaft machten und alte Bekannte wiedertrafen. Den Jägermeister diesmal allerdings nicht,da unser guter Barkeeper-Freund Richard ja leider nicht mehr da ist,dafür aber eine Menge anderer Bediensteter,die statt hinter der Theke,betrunken vor der Theke herumstehen.Bravo!
Also Ortswechsel: Houses of Parliament,was anständiger klingt als es ist,es handelt sich um ein Pub,in dem immer die Hölle los ist und die Straße kocht. Es war dort sehr unterhaltsam,wir lernten Australier kennen,die in Shanghai und London leben und teilweise in einem Van unterwegs waren und auch dort schliefen. I want to be a Hippie. Als um zwei die Bordsteine hochgeklappt wurden, fragte man natürlich uns als Einheimische,wo man denn noch hingehen könnte.HAHAHA! Ich lache. Sie bestanden dann allerdings darauf,den schlechtesten Club Bordeauxs gezeigt zu bekommen, le voilà,leider stellte sich heraus,dass dieser sieben Euro für die Freakshow verlangte.Unsere Gruppe hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt schon der Auflösung preis gegeben,man ging dann doch lieber schlafen oder essen (zuhause,denn offene Dönerläden gibts hier nachts nicht! Oh holdes Dönerdreieck Giessens,I miss you like crazy!) oder den Bach hinunter. Die verbliebenen Australier aka Troy und sein Bruder im Schlepptau zog ich an die Garonne in den VIVAL (die ganze Nacht offener Kiosk) und dann ans Ufer des Flusses,wobei der Bruder dann mit den Worten "I´ll cook a pizza." auf ominöse Weise verstand und Troy mir dann erklärte,dass sie eigentlich gar nix zum Zubereiten hätten, außer einen Gaskocher.Bravo! Wir setzten uns dann noch ein wenig an den Mirroir d´eau,redeten über das Leben und machten Bekanntschaft mit ein paar Freaks,man kennt das ja. Neu daran,dass besagtes Exemplar sich für einen begabten Gangster-Rapper hielt. Wir lachten herzlich und dann war es auch schon fünf Uhr und ich stieg vollkommen verwirrt in die Tram ein,die schon fuhr!

Der heutige Sonntag war somit auch nicht gerade voller Hyperaktivitäten, eher versuchte ich eine Seite frz.Vokabeln zu lernen und traf mich gegen vier mit Fabian um einen Kaffee trinken zu gehen und beim Public Viewing und an der Garonne zu enden.
Zu erwähnen wäre außerdem noch der endlich erfolgte Anruf meines Vermieters,mit dem ich mich hoffentlich morgen treffen werde,um meinen Umzug klar zu machen. Ich freue mich so!!! Werde morgen hoffentlich noch ein wenig Zeit dazu finden, meinem Host irgendein Geschenk zu kaufen.

Mittwoch, 26. September 2007

Punkt Punkt Komma Strich - Die ECTS - Jagd ist eröffnet!

Darf ich vorstellen: Monsieur Le Stundenplan (emploi de temps)!



Fabian bemerkte recht treffend, dass dieser Plan auch als geheimer Strategieplan für Atomwaffen recht glaubwürdig wirkt. I really kick ass, that`s for sure! :)

Das bringt mich auf das Thema der Woche: Die ersten Univeranstaltungen, die Jagd nach ECTS - Punkten und Verwirrung all über all. Das vorderste Ziel für eine(n) Erasmus-Studierenden ist es nämlich nicht nur sich ein wenig in die Landessprache zu vertiefen, sondern auch auf ungefähr 30 ECTS - Punkte (European Credit Transfer System - der Name zergeht wie französische 4-Euro-Butter auf der Zunge.) zu kommen. Ich gebe zu, dass es nicht nur für Außenstehende schwierig ist, das zu verstehen. Grob gesagt gibt es für jede Veranstaltung Punkte einzusammeln wie es für verschulte Bachelor/Master-Studiengänge nun mal üblich ist. Es wird ausschließlich in sog.Modulen gerechnet,die als Pflicht gelten,für uns als Erasmienten ist das jedoch irrelevant, da wir alles wählen können - auch kreuz und quer. Das hat den Nachteil,dass es oft nur zwei oder drei Punkte pro Veranstaltung gibt (Gruß an Maria!) und man deshalb mal schnell auf etwa 11 bis 13 Veranstaltungen die Woche kommt bis man die 30 Punkte zusammen hat. Diese Veranstaltungen sind ein-, zwei-, drei- oder vierstündig, letzteres mach selbstverständlich besonders großen Spaß in Räumen ohne Heizung. Noch mehr Spaß hat man an falsch in Umlauf gekommenen Veranstaltungszeiten (Kann ja in der Eile mal passieren, wenn die armen überarbeiteten Franzosen zwei Tage vor Unibeginn die Pläne aushängen...),wenn dann zwei Kurse sich überschneiden und dann nochmal alle Pläne in die Garonne geschmissen werden. Im Großen und Ganzen lohnt es sich nicht, sich über irgendetwas aufzuregen: nicht über die vollgestopfte Tram am Morgen und Mittag, in der reihenweise Leute in Ohnmacht fallen und Verspätungen an der Tagesordung sind; nicht über die nicht vorhandene Organisation des Unibetriebs; auch nicht über die teuren Preise überall;schon gar nicht darüber, dass alle Veranstaltungen Montag und Dienstag liegen und dass der Unisport auschliesslich zwischen 9.45 Uhr und 17 Uhr angesiedelt ist, was es mir persönlich unmöglich macht,daran teil zu nehmen (Ade,oh schönes Badminton!Wäre schön gewesen mit dir!)). Comme ci,comme ca!

Was nun also meinen Stundenplan angeht, so steht er bis jetzt auf eine nur mir ersichtliche Weise.Montag und Dienstag werden lange Tage, Mittwoch dagegen habe ich nur vormittags, Donnerstag nachmittags und Freitag nur vormittags Kurse.Es steht alles noch nicht hunderprozentig fest, aber ab nächste Woche werde ich dann sämtliche Formulare diesbezüglich ausfüllen und mich festlegen. Arabisch wird eine echte Herausforderung, das Lerntempo ist schnell,aber es ist machbar! Meine Übersetzungskurse am Germanistischen Institut(Deutsch-Französisch,Französisch-Deutsch),die ich mir als Sprachkurse anrechnen lassen kann, sind eine gute Sache, bis jetzt habe ich nur den vermeintlich leichteren von beiden Französisch-Deutsch belegt und zwar auf der höheren Stufe L3.Natürlich fehlen mir Vokabeln,aber ich hoffe einfach mal,dass das irgendwann kein Problem darstellen wird.Leider werden mittendrin zwei Contrôle continu geschrieben, das ist hier große Mode.Es handelt sich um nichts anderes als um kleine Tests zwischendrin. Ich bin gespannt,wie das wird,die Franzosen schreiben wirklich jedes Wort der Lehrenden mit,es ist unfassbar! Was mein Vorhaben Sprachwissenschaft zu belegen betrifft, so sehe ich davon bis zum zweiten Semester vermutlich ab,da sich sämtliche Veranstaltungen mit den Geschichtsveranstaltungen überschneiden,vielleicht besuche ich aber doch freitags ein einstündiges Seminar, wenn ich nicht vierstündiges MC Hammer Masterseminar besuche,was so ziemlich kein Erasmusstudierender macht,da alle eh noch im Grundstudium oder zu furchtsam sind.
Da fällt mir ein,dass ich noch gar kein Wort zur Sprache verloren habe:Also mit dem Verständnis läuft es gut,es fehlen zwar ab und an Vokabeln,aber ansonsten kann ich zufrieden sein.Wie es um meine aktiven Schreibsprachkenntnisse steht,wird sich ja dann in Contrôle Continu und Hausarbeit zeigen,mon Dieu,hilf!

Abgesehen von der Uni habe ich diese Woche nichts gemacht,weil ich einfach zu kaputt war. Das frühe Aufstehen um 6.15 Uhr macht sich bemerkbar (zweimal die Woche sind zweimal zu viel!). Dafür war ich im Auchan groß einkaufen,mit Maria und Fabian, was dazu führt,dass ich richtiges Brot besitze und Mango-Lychi-Yoghurt und außerdem noch Kartoffelgratin aus der Dose. Crazy!
Außerdem habe ich ein Rencontre mit meinem Vermieter und zwar morgen, ob das schon die Übergabe ist,weiß ich nicht,aber dann kann er auch gerade ein paar Dokumente für Wohngeld und BAFÖG unterschreiben. Meiner Bank ihre Unfähigkeit verkünden war ich leider noch nicht,aber morgen ist auch noch ein Tag! Bei mir sind weder Onlinedaten noch Bankkarte angekommen.Es scheint doch schwer zu akzeptieren zu sein,dass ich gerade beherbergt werde!

Noch eine schlechte Nachricht:Ich befürchte,dass der Sommer hier nun auch vorbei ist,es ist nun doch ein wenig kühler geworden.

Sonntag, 23. September 2007

Le magnètophone ne marche pas,Pierre!

Zut alors!
(Beide Ausdrücke zitiere ich immer wieder gerne,wenn ich von meinem Schulfranzösischunterricht erzähle,in dem unser Wissen aus einem 70er Jahre-Schulbuch schöpften,in dem Pierre und Chantal sowie die Familie Dupont gerne mit Baguette und Baskenmütze und ab und an Boule-spielend in den Campingurlaub in die Normandie fuhr.)

Zut alors oder auch "Verflixt nochmal!" bezieht sich auf meine Beschäftigung der letzten Stunden:die Konstruktion eines Stundenplans. Nichtmal eine sehenswerte Skizze ist dabei rausgekommen,das Blatt ist voller Fragezeichen, Verwirrung und Fußnoten. Die Franzosen bringen es nämlich erstens nicht fertig alle zusammengehörigen Daten auf einem Blatt zu veröffentlichen,was bedeutet,dass Veranstaltungen in pdf-Dateien im Internet zu finden sind und dass andererseits die Zeiten und Ort erst eine Woche bis zwei Tage vor Unibeginn ausgehängt werden. Deshalb muss man sich als Erasmusstudi erstmal alles zusammensuchen,was umso problematischer ist,da man ja die absolute Freiheit inne hat,alles wählen zu können, jedoch nicht die Wahrscheinlichkeit auch alles angerechnet zu bekommen. Abgesehen davon hat man für die Seminare und einige Übungen mehrere Alternativtermine zur Auswahl und steckt deshalb früher oder später in einem Netz aus Irrwegen und Abkürzungen fest.
Selbstverständlich haben die Franzosen das Problem nicht,da sie Licence und Master studieren und deshalb einen vorgegebenen Stundenplan aufgetischt bekommen,was mit Sicherheit nicht besser ist und ihre ohnhin oft nur rudimentär vorhandene Selbstständigkeit nicht gerade unterstützt...
In aller Not treffe ich mich morgen um 8 Uhr s.t. (!) mit Fabian an der Uni um noch einmal die Bretter in Augenschein zu nehmen und eine halbe Stunde später meine erste Veranstaltung anzutreten. Mon dieu,steh mir bei!

Nun zu erfreulicheren Dingen:Der Wochenendrückblick (Ich konstruiere gerade Wörter,die es nicht mal nach der neuen Rechtschreibung gibt.Hooray for Patti!). Das Wochenende war wie gewohnt ereignisreich. Am Donnerstag fand die letzte Einführungsveranstaltung in Gestalt des kurz erwähnten Erasmusabend statt, drei Euro Eintritt,Kirmesbier und ein "DJ",der Michael Jackson,Jack Johnson und Dr.Dre auflegte (Was will man mehr?). Allerdings traten Fabian,Maria,Susanne und ich bald den Rückweg in die Innenstadt an,da wir dort bessere Perspektiven zu sehen glaubten - und landeten natürlich im Cock And Bull,wo auch Kristina mit ihren BWLern den Abend verbrachte. Das führte dazu,dass ich ein paar Englisch sprechende Menschen kennen lernte,die natürlich behaupteten,Frankreich sei nicht teuer. Kein Wunder,wenn man bedenkt,dass 98 Pfund die Woche für ein Zimmer in England normal sind! Der Abend wurde allerdings nicht richtig lang,dafür endete er mit einem Wehmutstropfen,da wir erfuhren,dass unser aller Lieblingsbarkeeper Richard aus Wales in seine Heimat zurückgekehrt ist. Quel dommage! :(
Den ganzen darauf folgenden Freitag war ich unterwegs und zwar wieder mal zur Uni,wo ja endlich die Vertiefungsseminare ausgehangen wurden. Punkt 14 Uhr stürmten alle frz.Angestellten mit Plakaten und Aushängen aus ihren Büros und hefteten diese in einer Art Fieberwahn an alle vorhandenen Wände.Unfassbar! Zuvor verbrachte ich den Vormittag damit, Francois aus Lyon die Stadt zu zeigen und mit Vinzenz und seinem neuen netten frz.Mitbewohner Flo in einer Tapas-Bar zu Mittag zu essen,wobei ich eine ganz gute Portion Atlantik zu mir nahm. Abends gings mit Annika,Kristina und Pierre auf eine Soirée bei einem von Pierres zahlreichen Freunden. Ich freute mich insgeheim schon auf meine erste große frz.WG-Party,stellte aber fest,dass wir nur acht Personen blieben. Das war nicht weiter tragisch,sondern im Gegenteil eher unterhaltsam und ich musste feststellen,dass ich sprachlich gesehen einen meiner besseren Tage hatte.
Samstag Abend feiert Annika dann ihren Geburtstag in ihrem BWLer - Wohnheim,mit von Spaniern selbst gemachtem Sangria und von uns gekauftem Kuchen und vor allem mit vielen Erasmus-Studierenden. Merkwürdigerweise hielt ich mich erneut eher in der Nähe französisch-sprachiger Menschen auf (die von Freitag). Pierre fuhr Maria und mich zum Glück heim und so blieb es mir erneut erspart,einen Nachtbus aufzutreiben,was ungefähr so schwierig ist,wie der Versuch ein vierblättriges Kleeblatt zu finden.

Es folgen nun Bilder vom Wochenende:


St.Pierre,das Kneipenviertel


Annika,Kristina et moi


Alexandre und Pierre


Maria Maria und ich beim Erasmusabend

Donnerstag, 20. September 2007

Leben wie Gott in Frankreich



Voilà! Darf ich vorstellen:eine leckere Tütensuppe Marke Liebig! Für alle,denen die Tragweite dieser Entdeckung noch nicht aufgegangen ist,gebe ich den Hinweis:Ich studiere an der Justus-Liebig-Universität in Giessen,wenn ich mich nicht gerade im Kommerz- und Laisser-faire-Paradies Frankreich aufhalte...

Nun ergibt sich auch endlich die Gelegenheit,ein paar Worte über die Lebenshaltungskosten zu verlieren.Nicht nur die Mieten sind astronomisch hoch,nein,auch die Preise im Supermarkt sind gesalzen,man kann noch mal das Doppelte draufschlagen.Wenn eine der rar gesäten Packungen mit Scheibenkäse also 3 Euro kostet,dann möchte man auch gerne mal reinschlagen,aber die Franzosen essen nun mal lieber exquisiten Ziegenkäse oder ähnliches am Stück,dazu ein Baguette (es sei denn,man will zum als Pain allemand verspotteten Pumpernickelbrot greifen) und eine gute Flasche Wein (es sei denn,man greift zum Cidre,den gibt es schon für 70 Cent).Savoir vivre,aber auch savoir gagner de l´argent! Gottseidank,hat mein geliebtes zweistöckiges Kommerzparadies AUCHAN orangene Zonen,in denen man zu deutschen Einkaufspreisen günstig einkaufen kann - allerdings nicht alle Produkte. Meiden sollte man die Keksregale und planloses Herumlaufen,sonst hat man im nu mehr gekauft als gewollt und darf aufgrund des Preises nächsten Monat unter der Brücke wohnen. ;)
Raucher haben hier übrigens auch keinen Spass,der Grossteil ist schon zum Drehen übergegangen,wenn man am Sonntag allerdings mal out of Nikotin ist,dann kann man allein am Bahnhof Klimmstengel erwerben und das auch gerne zum doppelten Preis,mit der Begründung des temporären Marktmonopols. Hihi.

Weniger zum Lachen ist immer noch die Situation an der Uni. Nachdem wir heute wieder ohne besonderen Informationsgewinn an selbiger herum liefen,keimte bald die Diskussion über das Soll von 30 ECTS - Punkten auf und wie das zu schaffen sein soll,wenn man pro Veranstaltung nur 3 bis 4 ECTS - Punkte bekommt. Immerhin scheinen ab Morgen Nachmittag (zwei Tage vor Unibeginn) alle Veranstaltungen auszuhängen,mit deren Hilfe es uns möglich sein wird,das Skelett eines Stundenplans aufzustellen. Was das Training unserer Französischkenntnisse betrifft,so suchten wir heute Trost am Institut für Germanistik und dessen Infoveranstaltung bezüglich Übersetzungskursen,mussten aber leider feststellen,dass selbige ohne Wörterbuch statt finden. Meine Pläne in die Übersetzungskurse der Stufe Licence 3 zu gehen, sind somit im Vorfeld schon grandios gescheitert,wie ich annehme.Vielleicht werde ich aber auch einfach mal L 2 und L 3 besuchen und mich danach entscheiden. Die ersten zwei Wochen sind ohnehin nur provisorisch und werden mit allerlei Schnupperveranstaltungen vollgestopft sein. Herrlich!






In wenigen Stunden werde ich meine Kopfschmerzen und Verwirrung auf einem Erasmus-Abend in ein paar Tropfen Wein ertränken bzw. einmal mehr einen Krisenstab mit meinen Mitstudierenden abhalten.

Montag, 17. September 2007

Laisser faire - Der erste Unitag en France



Wohlan,wohlan....

Nachdem das Wochenende eindeutig Freitag (Cock and Bull feat. Jägermeister for free und Houses of Parliament feat.Senegalesen,Bewunderung und Cidre und aufm Nachhauseweg unzählbare Liebesgeständnisse von seefahrenden betrunkenen Iren) und Sonntag (Musée d´Aquitaine plus Café au lait und Essen und "Caramel" im Kino Utopia plus epische Singlemonologe im Kneipenviertel St.Pierre) seine Höhepunkte erreicht hatte, begann heute der halbe Ernst des frz. Lebens: Die ERASMUS-Einführungswoche!

Voilà! Ein hervorragendes Beispiel um die Mentalität der Franzosen zu erfassen oder auch ihrer habhaft zu werden. Nachdem schon die Anfangsveranstaltungsinfo spontan verlegt worden war und dann relativ glatt über die Bühne ging (Erklärung der Einschreibungsmodalitäten und des weiterne Vorgehens - Infostände und Weinabend),begannen danach die Komplikationen bzw. das Chaos,das auch vom beachtlichen Brunchbuffet und dem Willkommens-Cidre nicht wett gemacht werden konnte. Denn leider mussten Maria,Fabian und Susanne (spontane Bekanntschaft aus Freiburg) und ich feststellen,dass sowas wie Veranstaltungsverzeichnisse mit dazugehörigen Zeiten nicht oder nur rudimentär existent waren. Auf eine Anfrage an das Sekretariat des UFR Geschichte den Verbleib betreffend erhielten wir immerhin die Info,dass in der ersten Uniwoche eine Infoveranstaltung für ausländische Studis statt finden solle und dass man dann entsprechende Unterlagen erhalten werde. Das in der besagten Woche schon die Veranstaltungen angefangen haben würden,schien die Dame vollkommen kalt zu lassen. Nun gut,Thema Stundenplan erstmal ad acta gelegt! (Zunächst wohl besser,da mich die Aussicht auf 10 Univeranstaltungen,die man für 30 ECTS Punkte belegen muss,nicht gerade fröhlich stimmt!Vor allem darum nicht,da der Scheinerwerb und die Anrechenbarkeit unklar erscheint!)

Aus hehrer Verzweiflung heraus landeten wir vor dem Sprachzentrum der Uni,dessen Programm ich schon zuvor mit großem Interesse studiert hatte (man könnte ja mal wieder sein Spanisch verbessern...). Ehe ich mich selbst davon abhalten konnte,hatte ich mich zu einem Arabisch für Anfänger Kurs über zwei Semester angemeldet,der zweimal die Woche abends statt findet. SUPER! (Nebenbei bemerkt selektierte ich auch schon aus dem Unisportprogramm eifrig Badminton,Yoga,Frauen-Rugby und Gegenwartstanz heraus und bin jetzt schon gespannt,was davon ich ausüben werde..)

Der Lichtblick des Tages war dann die Einschreibung mit dem wohl scheusslichsten Passfoto aller Zeiten und die Aussicht darauf,dass ich meine Studierendenkarte SCHON am Donnerstag abholen kann.

Morgen geht der Einführungsspaß weiter und zwar mit Infoständen der Studierendenorganisation Babouc und am Donnerstag mit einem Wein und Käse-Abend. Davor findet noch die von uns entdeckte Infoveranstaltung für Deutsch - Französisch Übersetzungskurse statt,die die effektivste Möglichkeit zu sein scheinen,um seine Sprachkenntnisse zu verbessern....

Wo wir schon von Papieren sprechen: Meine Bankkarte ist immer nochn nicht bei Kristina angekommen und mein Mietvertrag noch nicht in Deutschland. Wunderbar,wenn man sich auf die frz.Post bzw. Staatsangehörige verlassen kann.Grr.

Freitag, 14. September 2007

Das letzte Wochenende vor Unibeginn....




Salut salut!
Dieses malerische Gebaeude ist meine Uni,die Michel de Montaigne III.Ich liege hier naemlich nicht nur am Strand rum





und lese linkspolitische Zeitungen



sondern mache auch alltagsnahere Sachen wie zum Beispiel die Uni besichtigen und feststellen,dass die Geisteswissenschaften total heruntergekommen sind,waehrend die Juristen in Marmor und Pomp leben.Desweiteren feststellen,dass die Unimensa II wirklich ein wenig ekelhaft ist und dass die Franzosen nicht daran denken uns unseren Stundenplan zu erklaeren.Werde deshalb gleich mal an die Uni fahren und nach Infobrettern Ausschau halten und ausserdem naechste Woche zu meiner Erasmus-Beauftragten gehen!

Nun zur Frage,was ich die Tage so getrieben habe? Viel! Ich habe es geschafft,ein Bankkonto zu eroeffnen,jetzt wo ich einen Mietvertrag habe,geht das ja,natuerlich haben die Bankleute mal wieder einiges verpfuscht und ich musste nochmal hin um meine Adresse korrigieren zu lassen.Ebenso die Verkehrsgesellschaft tbc,bei der ich mir ein Jahresverkehrsticket kaufte,welches mit monatlich 14 Euro spottbillig ist (was ganz neues in la belle France!).Leider steht da jetzt mein Nachname falsch drauf,aber die Frau am Schalter meinte,sie koenne da nix machen und das waere schon ok.jaja,die Franzosen! Laisser faire!

Papierkram,Papierkram,Papierkram.

Gestern habe ich es endlich mal geschafft,mit an den Strand zu fahren,juchu und zwar an irgendein Cap zusammen mit Kristina,Annika (studieren beide an der Business School) und noch unserem Lieblingsfranzosen Pierre und seinen Freunden.Pierre hat mal n Erasmusjahr in Koeln gemacht und kann sehr gut Deutsch sprechen.Was die restlichen Franzosen hier anbelangt,so sind sie fremdsprachentechnisch Nieten.

Das Wetter ist hier uebrigens bombig und zwar durchgehend,ich erwarte Neid aus Deutschland,los!!

Ich koennte an dieser Stelle noch einiges erzaehlen,aber weiss nicht,wo ich anfangen soll,deshalb hoere ich erstmal auf.Ueber mein Appartement,dass ich am ersten Oktober beziehe,erzaehle ich ohnehin erst was,wenn ich dazu Fotos liefern kann. ;)
Wo wir gerade bei wohnen sind: Ich residiere die naechsten drei Wochen in einem riesigen Appartement neben dem grossen Supermarkt AUCHAN mit den orangenen Billigzonen.Das ist auch centre-ville.Mein Host ist ein arbeitender Informatiker mit Umsonst-Telefon nach Europa und Internet und deutschen Fernsehkanaelen und ich habe hier auch ein Gaestezimmer. Nicht schlecht,das!

Bis bald und Kuss! Patti La Grande

Friday I`m in love





Es ist nun vielleicht an der Zeit fuer fotographische Impressionen:



Das ist natuerlich laengst nicht alles,aber wer mehr sehen will,der gehe bald auf meinen Fotoblog.

Sonntag, 9. September 2007

You can find me in da club!

Immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung...

Da heute Sonntag ist,dachte ich mir,es gibt allen Grund mal lange auszuschlafen. Deshalb wurde es leider auch nix mit dem Strand. :(
Eine Ebene tiefer finden die Aufraeumarbeiten des gestrigen Abend statt:Mein Host war so nett eine Geburtstags-Soirée fuer seine Nachbarin auszurichten,nichts wirklich grosses,etwa um die 25 Leute in 80er Jahre Klamotten,dazu Essen und allerlei Getraenke. Die Leute waren alle ganz nett,allerdings seilte ich mich um halb zwoelf zusammen mit Kristina ins Cock And Bull ab,kurz nachdem jemand den Tisch mit dem gesamten Essen zu Boden gerissen hatte...
Im Cock And Bull lernten wir dann gleich mal einen Barkeeper mit Namen kennen und auch noch andere Deutsche,die im Uniwohnheim wohnen. Da fuer Kristina am Dienstag die Uni beginnt,wollten wir nochmal ordentlich um die Haeuser ziehen und nahmen deshalb Kontakt zu Pierre (Le magnètophone ne marche pas!) auf,es handelt sich hierbei um einen deutsch sprechenden Franzosen,dessen Mutter Deutsche ist und der ein ERASMUS-Jahr in Koeln verbracht hatte. Kurz darauf trafen wir ihn und seine leicht betrunkenen Freunde am Victoire und sie prophezeiten uns einen "ganz tollen Club" - in der Bahnhofsgegend (ziemlich die uebelste Gegend der Stadt). Der Club war natuerlich billig,es lief die uebliche Clubmukke und die Leute waren nur schwer ertraeglich. Nach einer Stunde machten sich deshalb auch wir Maedels (Kristina,Johanna und ich) aufm Heimweg Richtung Victoire,wo die anderen dann die Nachtbusse nahmen und ich bis zu Fuss zu meinem Host lief.

Morgen werde ich uebrigens die Couch wechseln (Montag bis Mittwoch) und zwar zu Frederic,der leider in Talence wohnt,aber so nett war,mich aufnehmen zu wollen.Wo ich danach lande,weiss ich auch noch nicht,waere natuerlich schoen,wenn ich etwas fuer laenger finden wuerde.Mein jetziger Host Sebastien hat schon angeboten mich zwischendrin nochmal aufzunehmen. On verra!

Gleich werde ich mir erstmal was zu essen suchen,da ich natuerlich nicht eingekauft habe und dann Maria treffen und ein wenig an der Garonne oder am Jardin Public Sonne tanken.

Samstag, 8. September 2007

Bordeaux Bordeaux

Endlich habe ich einmal ein paar Minuten gefunden, um einen Blog fuer mein Auslandssemester in Bordeaux zu eroeffnen. Merveilleux!

Seit meiner Ankunft hier sind nun auch schon zwei Wochen vergangen und ich kann sagen,dass ich mich in diesen nicht im geringsten gelangweilt habe: Ob Treffen mit anderen ERASMUS - Studis am Mirroir d'eau oder am Victoire,Drink trinken in meinem schon jetzt erklaerten Stammpub "Coq and Bull",Essen wie Gott in Frankreich oder Wohnungssuche - fuer Abwechslung ist gesorgt. Erst eben waren drei Leuten im Museum fuer Architektur,ein schoenes Gebaeude,leider etwas uninformativ,da keine erklaerenden Infoschilder. Lustig die Franzosen! Davor habe ich mit einem guten italienischen Menue meinen ueberteuerten Mietvertrag gefeiert. Ehre wem Ehre gebuert! :)

Es ist an dieser Stelle natuerlich schwierig,aller Ereignisse der letzten Tage festzuhalten. Das Essen hat mich dazu zu traege gemacht.

Abends treffen wir uns meistens in unterschiedlichen Konstellationen in deutscher Runde an oeffentlichen Plaetzen und landen zwangslaeufig im schon erwaehnten "Coq and Bull",wo man uns mittlerweile schon mit einem euphorischen "ça va?" begruesst. Tagsueber finden die unterschiedlichsten Unternehmungen statt: Sonnen,Essen,Strand,Kultur,Organisatorisches.

Endlich kann ich nun auch ein Konto eroeffnen. Wobei das vielleicht doch fraglich ist,da mein Mietvertrag erst ab 1.Oktober gilt und ich bis dahin noch wohnsitzlos bin. Wohne noch immer bei meinem hart arbeitenden Geographen-Host und seinen zwei wild herumtollenden Katzen.

Ich gebe zu,dass dies alles nicht gerade kreativ klingt,aber der Tag hat mich traege gemacht...Bis bald!